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Tattoo Them!
Tattoos in der Glyptothek München

 

Wie aktuell der Bezug zwischen Tätowieren und Mythologie ist, zeigt die bis Ende September 2018 laufende Ausstellung in der Münchner Glyptothek:

In Stein gemeißelt

Ganz in der Nähe von unserem Tattoo-Studio Anansi in der Augustenstr. 73, veranstaltet der italienische Künstler Fabio Viale eine wahre Farbschau – auf den Körpern der dort „ansässigen“ antiken Marmorstatuen; und zwar mit Hilfe von farbenfrohen Tattoos. Das wirkt frech, und ziemlich lebendig.

Er erweckt die Figuren der griechischen und römischen Mythologie zu neuem Leben. Die meisten von uns haben mit ihnen in der Schule Bekanntschaft gemacht. Nun tätowiert, kann der Betrachter diese ganz neu kennenlernen.

Bunte Mythologie

Und das ist der echten Antike gar nicht mal so fern, die Statuen waren dort alle bunt bemalt. Also nicht in der uns heute bekannten Ansicht „ganz in weiss“.

Der Anansi-Autor vor der Laokoon-Statue

Gleich den Tattoos auf der Haut, entziehen sich die Tattoo-Bilder auf den Statuen unserer gewohnten Wahrnehmung. Unbewegt laden sie zum Verweilen und Nachdenken ein, ganz im Gegensatz zu den schnelllebigen Bildern und Videos im Internet. Die Tattoos verführen zur Kontemplation. Manchmal gar zum magischen Spiel: immer dann, wenn die Zeichen mit einer spirituellen Bedeutung aufgeladen sind. Das kann ein für den Tätowierten existenzielles Datum sein, oder eben auch ein mythologisches Lebewesen, Gott, Mensch oder Tier, dessen geheime Kräfte auf den tätowierten Körper übergehen sollen. Die Tattoos setzen eine Metamorphose in Gang und verändern, wie die Zeichen des Japaners Emoto das Wasser, den Körper und seinen Besitzer. Manchmal eben auch die Betrachter.

 

Allein unter Schlangen

Eindrucksvoll kämpft der tätowierte Laokoon vor der Glyptothek mit der Bürde, die ihm von den Göttern auferlegt wurde: einer Handvoll Schlangen, die ihm nach dem Leben trachten.

Seine bunten Tattoos lassen die Szenerie lebendig erscheinen und ziehen den Betrachter in ihren Bann. Der Körper des trojanischen Priesters setzt sich erneut mit seinen Seelenzuständen auseinander: Liebe, Lust und Tod werden deutlich spürbar.

„Tattoo-Freunde!“, besucht die Ausstellung in der Glyptothek München, noch bis zum

30. September in der Glyptothek München!

(by Jul Bachmann)